2015 EZW-Texte Nr. 240: Die Vereinigungskirche
"Mein Leben als Gesegnetes Kind" von Gloriett Halmdienst, Friedmann Eißler (Hg.) 2015
Meine Eltern wurden 1977 in New York von ihrem Messias, Sun Myung Moon, verheiratet. Ich kam dort ein Jahr später als "Gesegnetes Kind" zur Welt. In der Vereinigungskirche, der Gemeinschaft Moons, bedeutet das, frei von Erbsünde zu sein. Als Kind - meine Kindheit und Jugendjahre verbrachte ich in Österreich - war ich in dieser Gemeinschaft sehr glücklich. Erste Zweifel kamen mir, als ich nach einem Sonntagsgottesdienst zufällig beobachtete, wie zwei unserer koreanischen Leiter im Gebetsraum eine erwachsene Schwester schlugen. (Die Mitglieder der Vereinigungskirche sprechen sich mit Bruder und Schwester an.) Ich war von der Gewalt entsetzt. Die Schwester weinte und entschuldigte sich fortwährend. Als ich später einen vertrauten Bruder auf das Gesehene ansprach, erklärte er mir, dass die koreanischen Brüder von unserem Wahren Vater (Sun Myung Moon) geschickt worden seien, damit wir ihnen unsere Sünden beichten und Buße tun sollten. Die Schwester hätte entweder sündige Gedanken gehabt oder etwas Schlechtes getan. Durch die heiligen Schläge sei Satan aus ihrem Geist und Körper vertrieben worden. Es sei ein Reinigungsprozess, angeordnet von ganz oben. Viele Leiter in unserer Gemeinschaft waren Koreaner, meist sprachen sie auch nur koreanisch. Ich musste ihnen mit besonders viel Respekt begegnen und, wenn möglich, koreanisch antworten, denn koreanisch war die die heilige Sprache.
Als Heung Jin Nim, der Zweitgeborene von Sun Myung und Hak Ja Han Moon, bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, waren alle in unserer Gemeinschaft tief betroffen. Wir beteten jeden Tag und trafen uns mit anderen Brüdern und Schwestern zu Gebetsrunden, dies war ebenfalls von ganz oben angeordnet. Satan habe sich Heung Jin Nim genommen, um unserem Wahren Vater, dem Retter der Welt, zu schaden. Wir müssten stark sein und zusammenhalten, damit Satan nicht noch mehr Schaden anrichte. Kurz darauf wurde Heung Jin Nim mit einer Koreanerin, einer Tochter des Moon-Freundes Bo Hi Pak, gesegnet. Ich sah das Bild dieser bildhübschen Tänzerin mit traurigen Augen, wie sie - in ihrem koreanischen Hochzeitskleid - das festlich eingerahmte Bild ihres Bräutigams in die Kamera hält. Jahre später soll Heung Jin Nim zurück auf die Erde gekommen sein - im Körper eines jungen Afrikaners. Selbst als Kind hatte ich meine Zweifel an der Echtheit des Zurückgekehrten. Doch meine Brüder und Schwestern um mich herum waren begeistert, richtig euphorisch: Heung Jin Nim habe sich seinem Schicksal widersetzt und sich den Körper eines jungen Menschen geliehen, um weiter mit uns gegen das Böse in der Welt zu kämpfen. Der neue Heung Jin Nim tourte auch durch Europa, und ich durfte ihn treffen. Er trug einen goldenen Umhang. Seine stechenden Augen gaben mir das Gefühl, dass er in mich hineinsehen konnte. Er rief mich zu sich, und ich durfte während seiner Ansprache bei ihm sitzen. Ich fühlte mich geehrt, auserwählt und besonders erhaben auf dem Thron des auferstandenen Prinzen.
Als Jugendliche gehörte ich der HARP-Bewegung (High School Association for the Research of Principles) an, einer Unterorganisation der Vereinigungskirche. Unsere großen Vorbilder waren die CARPies, sie waren älter und gehörten der CARP (Collegiate Association for the Research of Principles) an, einer weltweiten Studentenvereinigung, die für Sun Myung Moon tätig war. Sie organisierten Großveranstaltungen und unterstützten konservative bis rechtspopulistische Parteien im Namen Sun Myung Moons. Ein Bruder, der CARP-Mitglied war, erzählte mir von einer besonders gefährlichen Aktion in Frankreich. Die CARP unterstützte in den Vororten von Paris den Wahlkampf eines Verbündeten. Dabei wurden die CARPies bedroht und mit Steinen beworfen. Ein paar Helfer wurden sogar verletzt. Dass meine Brüder und Schwestern Wahlkampfhelfer der Front National und Unterstützer Marie Le Pens waren, wusste ich schon damals. Dass es sich dabei um eine rechtspopulistische Partei mit einer menschenverachtenden Ideologie handelt, wurde mir erst viel später klar.
Nach dem Fall der Berliner Mauer pilgerten zahlreiche CARPies nach Berlin. Die Aufregung war groß, denn der Kommunismus war endlich besiegt, und das war ausschließlich dem Wahren Vater zu verdanken. Für mich und meine Brüder und Schwestern war das klar, egal, was die Medien berichteten. Sun Myung Moon lenkte all diese politischen Prozesse. Den Beweis dafür lasen wir in den Medien der Vereinigungskirche, die unter anderem von Treffen zwischen unserem Wahren Vater und Maichail Gorbatschow sowie George W. Bush berichteten. Meine Welt als 17-Jährige war gespalten. Die vertraute Realität der Vereinigungskirche wurde durch negative Erlebnisse erschüttert. Zugleich gehörte die andere Welt - außerhalb der Vereinigungskirche - zu meinem Alltag: Ich besuchte eine normale Schule und hatte ganz normale Freunde, die nicht an Sun Myung Moon glaubten. Sie interessierten sich nicht für die Rettung der Welt, und das fand ich befreiend. Ich wollte eine von ihnen sein, eine ganz normale Jugendliche, die kurz vor dem Abitur stand. Zum ersten Mal in meinem Leben spürte ich Freiheit. Dieses Gefühl wurde durch meine bevorstehende Segnung getrübt. Ich konnte mich in der Gemeinschaft niemandem anvertrauen, denn ich lebte in meinem Alltag ein sündhaftes Leben, und ich konnte mich gut daran erinnern, was mit sündigen Brüdern und Schwestern passiert. Ich sprach mit meinen Freunden aus der Außenwelt über meine zwei Welten. Sie hörten mir zu und versuchten mich zu unterstützen. Kurz vor meinem 18. Geburtstag geschah es dann. Ich musste meine Teilnahme an der bevorstehenden Segnung schriftlich einreichen. Seit meiner Geburt war ich auf diese Zeremonie vorbereitet worden, aber das Gefühl, verliebt und frei zu sein, war stärker. Ich verließ meine Gemeinschaft und meine Familie.
In den folgenden Jahren vermied ich jeglichen Kontakt zu meiner Gemeinschaft. Ich beantwortete keine Anrufe und Briefe. Ich öffnete nicht die Tür, wenn meine Brüder und Schwestern mich besuchen wollten. Ich zog in dieser Zeit neun Mal um, aber die Mitglieder der Vereinigungskirche fanden immer wieder meine neue Adresse heraus. Zum Glück hatte ich Freunde, bei denen ich wohnen konnte, und meine Großmutter, die mich finanziell unterstützte. Ich lernte meinen Alltag zu bewältigen. Ich musste Entscheidungen treffen: Welche Ausbildung passte zu mir? Welches Leben wollte ich führen? Welche Freunde wollte ich haben? An welchen Gott sollte ich glauben? Gab es Gott überhaupt? War Sun Myung Moon der Messias? Das schlechte Gewissen kam immer öfter, und je weiter ich mich von meiner Wahren Familie entfernte, desto heftiger wurden die Gewissensbisse. Ich hatte meine Brüder und Schwestern im Stich gelassen. Ich war rücksichtslos und egoistisch. Statt für eine bessere Welt zu kämpfen, lag ich faul am Strand und genoss zum ersten Mal in meinem Leben einen Urlaub. Viele Dinge waren neu für mich. Ich lernte, auf mich selbst zu hören und nicht das zu tun, was andere von mir erwarteten. Ich dachte über meine Zukunft nach und darüber, wie ich sie gestalten könnte. Ich verliebte mich und war stolz darauf, es auch zeigen zu dürfen. Ich musste meine echten Gefühle nicht mehr verstecken. Ich durfte sein, wer ich bin. Das war wunderschön.
Doch Freiheit hat auch Schattenseiten. Die Vielzahl an Möglichkeiten überforderte mich. Ich fiel ins Nichts. Ich wollte zurück zu meiner Familie und die Geborgenheit wieder spüren. Ich wollte mich nicht mehr all diesen Entscheidungen und Möglichkeiten stellen, das war für mich zu anstrengend. Das schlechte Gewissen nagte immerzu an mir, und ich verzweifelte. Ich suchte Informations- und Beratungsstellen auf und las zahlreiche Informationsbroschüren. Aber ich schien in kein Problemfeld zu passen. Das Themenfeld "Sekten- und Kultfragen" schreckte mich ab. Natürlich wusste ich, dass Sun Myung Moon in der Öffentlichkeit als Guru und Sektierer bezeichnet wurde. Doch ich fühlte mich nicht wohl bei dem Gedanken, die katholische Beratungsstelle aufzusuchen, ich war mit der Überzeugung aufgewachsen, dass die katholische Kirche schlecht sei. Die anderen Einrichtungen beschäftigten sich mit destruktiven Kulten. Die Bezeichnung fand ich furchteinflößend. Ich war in keinem Kult aufgewachsen. Tief in mir begann ich, die Vereinigungskirche zu verteidigen. Nein, wir waren keine Sekte und auch kein destruktiver Kult. Wir haben nie etwas Schlechtes getan, im Gegenteil, wir unterstützen Sun Myung Moon, den neuen Messias. Ich merkte, wie die Kämpferin Gottes in mir wieder stark wurde. Ich war ein Gesegnetes Kind, es funktionierte auf Knopfdruck. Ich dachte über eine Rückkehr in die Vereinigungskirche nach. Ich malte mir ein Wiedersehen mit meinen Eltern und meinen Brüdern und Schwestern aus. Ich fühlte mich in der freien Welt nicht lebensfähig. Ich konnte meine Herkunft nicht verleugnen. Ich war eine Auserwählte und ohne Sun Myung Moon wäre ich gar nicht auf der Welt, denn er hat meine Eltern füreinander ausgesucht. Ich schrieb einen Brief an meine Eltern und bereute die Entscheidung, von ihnen weggegangen zu sein. Doch der Brief mit all meinen Entschuldigungen landete einen Tag später im Mülleimer. Nein, ich durfte nicht zurück gehen, meine Zweifel an der Familie Moon würden mich aufreiben, denn ich konnte mit niemandem in der Gemeinschaft darüber sprechen. Es war wie eine Sucht. Ich fühlte Entzugserscheinungen von meiner Gemeinschaft. Aber ich wusste, beim ersten Kontakt mit einem Bruder oder einer Schwester würde ich schwach werden und mich für meine egoistische Entscheidung, frei zu sein, entschuldigen und zurückkehren. Ich musste stark bleiben und durchhalten, wie jemand, der abstinent sein wollte.
Doch es gelang mir leider nicht. Es gab Momente, in denen mein Leben in Freiheit so hoffnungslos schien, dass ich nicht mehr leben wollte. Mit der Hilfe von Freunden suchte ich verschiedene Therapeuten auf. Trotz Medikamenten und Therapiesitzungen trat keine Besserung ein. Ein Freund schlug mir vor, an die Öffentlichkeit zu gehen. Eine Woche später saß ich mit zwei Vertretern der Vereinigungskirche in einer Talkshow. Ich war aufgeregt, denn es war mein erstes Treffen mit zwei ehemaligen Brüdern. Ich erzählte meine Geschichte vor laufender Kamera. Es war das erste Mal, dass ich dies öffentlich tat. Der Leiter und der Pressesprecher der Vereinigungskirche zeigten sich mitfühlend und verständnisvoll. Sie stritten die Verantwortung der Vereinigungskirche in meinem Fall ab, denn ich sei nie so richtig dabei gewesen. Sie meinten, es handele sich um ein Problem zwischen mir und meinen Eltern. Ich war entsetzt. Wie konnten sie diese Unwahrheiten behaupten? Doch dann merkte ich, dass sie mich fallen gelassen hatten. Ich war kein Gesegnetes Kind mehr. Ich war zur Gegenseite übergelaufen und nun eine von den Bösen. Als ich kurz darauf das Fernsehstudio verließ, fühlte ich, wie das schlechte Gewissen und die Vorwürfe des Versagens von mir abfielen. Der Schritt an die Öffentlichkeit hatte mich befreit.
Sektenexperten und Betroffene nahmen nach der TV-Sendung Kontakt zu mir auf. Sie wollten mich kennenlernen, meine Geschichte hören und mich unterstützen. Ich fand es unglaublich, dass andere junge Menschen, die ebenfalls in totalitären und destruktiven Gruppen aufgewachsen waren, dieselben Erfahrungen gemacht haben. Ich lernte Beratungsstellen und Initiativen von Betroffenen kennen. Ich stieß auf die Literatur von Steven Hassan, eines Ausstiegsberaters, und auf das Modell der Bewusstseinskontrolle. Bestürzt musste ich feststellen, dass mein Leben in der Gemeinschaft und auch innerhalb meiner Familie zu 100 Prozent unter der Kontrolle der Vereinigungskirche gewesen war. Das wurde mir besonders klar, als ich das Gelöbnis wieder las, das ich vor mich hin gebetet hatte. Ich war schockiert: "... und mutig (werde ich) das Lager der Feinde angreifen ... mit den Waffen, mit denen er (Gott) für mich den Verlauf der Geschichte hindurch den Feind Satan, besiegt hat ..." Mir war die Bedeutung dieser Worte vorher nicht bewusst gewesen. Ich verstand den Satz natürlich, ich hatte ihn bestimmt tausendmal voller Überzeugung vor mich hingesagt, im Chor mit hundert anderen Brüdern und Schwestern. Aber der Ausdruck der Gewalt, die Bereitschaft, unserem Wahren Vater zu folgen und ihm blind zu vertrauen, machten mir bewusst, wie weit die Kontrolle unseres Bewusstseins gehen konnte: Ich war ein Gesegnetes Kind und eine Kämpferin der Familie Moon. Sun Myung Moon und die Vereinigungskirche waren die oberste Instanz in meinem Leben. Wir lebten inmitten einer demokratischen Gesellschaft und wurden von allen akzeptiert, während für uns demokratisch gewählte Einrichtungen noch nicht einmal eine Existenzberechtigung hatten. Wir waren die von Gott Auserwählten, die wahren Herrscher dieser Welt. Es war schwierig, aber ich musste mein Weltbild, meine Beziehung zu Gott und meine Kindheitserinnerungen aus einer neuen Perspektive beleuchten und die erfahrene Indoktrination über Bord werfen. Dieser Prozess ist bis heute nicht abgeschlossen.



2002 Young World Erschienen: 2002, Text: Amelie Znidaric, Foto: Lukas Beck "Sie werden sehen, Gloriett ist ein ganz besonderer Mensch", sagt German Müller, Leiter der Bundesstelle für Sektenfragen, der den Kontakt zwischen der 23-jährigen Steirerin und young world hergestellt hat. Besonders, soviel ist von vornherein klar, ist sie allein durch ihre Geschichte. Denn Gloriett Halmdienst ist in einer Sekte aufgewachsen. In der Mun-Bewegung - von ihren Anhängern "Vereinigungskirche" genannt. 1977 wurden Gloris Eltern von ihrem Messias San Myung Mun "gematcht" und "gesegnet". Soll heißen: zusammengewürfelt und verheiratet. Gekannt haben sich die beiden vor ihrer Hochzeit nur flüchtig. Das ist bei den "Munies" so üblich. 1978 kam Gloriett auf die Welt. Anders als ihre Eltern gilt sie, wie alle Kinder, die aus Mun-Ehen hervorgehen, schon von Geburt an als gesegnet.
Die Außenseiterin
Besonders ist Gloriett auch durch ihr Aussehen. "Meine Mutter ist aus Japan, mein Vater aus Mürzzuschlag", erklärt sie. "Durch den kulturellen Unterschied - und natürlich den Sektenhintergrund - waren wir immer Außenseiter im Ort." Der Multikulti- Background hat Gloriett nie gestört - im Gegenteil: "Die Munies sind ein kunterbunter Haufen. Menschen aus aller Welt kommen zusammen wie Bruder und Schwester. Eine eingeschworene Gemeinschaft, in der ich mich als Kind sehr geborgen gefühlt habe." Ganz besonders aber macht Gloriett ihr Ausstieg aus der Bewegung. Mit 18 Jahren hat sie ihre Sachen gepackt und ist einfach davonmarschiert. Weg von zu Hause, weg von der Sekte. Was danach kam, war schlimm. Aber auch davor war es nicht einfach gewesen. Die Zweifel nämlich hatten schon lange vor dem großen Knall begonnen. So mit 14, 15 Jahren. Denn ihre Freundinnen und Klassenkolleginnen in Mürzzuschlag waren keine Munies. Und hatten angefangen auszugehen. Jungs zu treffen, Alkohol zu trinken oder die erste Zigarette zu probieren. All das kam für Gloris Eltern nicht in Frage. Munies gehen nicht aus. Basta. Nur VIdeo schauen bei der Freundin ging gerade noch durch. Und weil deren Eltern dichtgehalten haben, ist Glory dann doch wie alle anderen durch die Lokale gezogen. Oder im Gruppenraum der Katholischen Jugend gesessen - mit der Clique und einem "echt coolen" Gruppenleiter. "Die Menschen dort haben sicher wesentlich zu meiner Ablösung von der Sekte beigetragen", grübelt Gloriett. "Ich habe damals zum ersten Mal begriffen, was wirkliche Meinungsfreiheit bedeutet. Nämlich, dass Kritik und Provokation nicht nur möglich, sondern sogar erwünscht sind." Doch darüber konnte sie zu Hause genauso wenig sprechen wie über ihre erste große Liebe. Und weil Turteln in der Öffentlichkeit riskant war, blieben Glory und ihr Freund meist bei ihm zu Hause. "Eine super-harmonische, katholische Familie", erinnert sie sich, "ich war baff, dass so was außerhalb der Mun-Gemeinschaft möglich ist. Innerhalb der Bewegung herrscht das Bild, dass es draußen nur Scheidungen und zerrüttete Familien gibt." Zum ersten Mal in ihrem Leben begriff die Hübsche mit den tollen Mandelaugen, dass es nicht nur gut und böse, schwarz oder weiß gibt, sondern alles miteinander. Und dazu noch hunderte Grautöne. Und zu all dieser Vielfalt kam dann noch der magische Satz: Wir mögen dich, wie du bist. "Das hat mich echt umgehauen", sagt die 23-jährige, "denn: Wie war ich denn eigentlich?" Wer bin ich? Diese Frage stellt sich ein Munie nicht. Er fragt, "wie muss ich sein, um den Anforderungen der Gemeinschaft zu genügen? Um den Vorschriften des Messias San Myung Mun zu entsprechen? Um unsere Bewegung zu Ansehen und Ruhm zu verhelfen?" Wie muss ich sein, um ich zu sein, kommt im Denken eines Munies nicht vor.
Weg, nur Weg
Der Spagat zwischen "der Welt draußen" und der Mun-Gemeinschaft wurde immer größer, der Stress und der moralische Druck für Glory immer unerträglicher. "Alles, was ich tat und dachte, war verboten. Ich wollte so leben wie die da draußen, aber die Schuldgefühle waren kaum auszuhalten." Also Flucht. Weg von zu Hause, ab in die USA. Die Eltern gaben nach, beschlossen aber gemeinsam mit dem Leiter der regionalen Mun-Bewegung, dass nur ein Aufenthalt bei einer Mun-gläubigen Familie in Frage komme. Nach der Matura fuhr Gloriett los - und kam vom Regen in die Traufe. "Ich war verzweifelt. Alles schien ausweglos. Es war mir, als ob die Gemeinschaft immer dabei sein würde, egal wohin ich gehe", erinnert sie sich. Diese totale Resignation und Heimweh trieben sie nach wenigen Monaten zurück nach Österreich. Wo sie in Wien erst mal zu studieren begann. Aber der Druck der Mun-Gemeinschaft wurde immer größer. Denn: Glory war 18, das heißt, alt genug für die Segnung, sprich Heirat. Anders als ihre Eltern, die noch persönlich von San Myung Mun gematcht wurden, schicken die Munis heute nur noch Fotos von sich ein, aus denen der Messias dann die perfekten Paare zusammenfügt. Aber Glory wollte nicht. Wollte kein Foto einschicken, wollte nicht irgendeinen Fremden heiraten. Also packte sie ihre Sachen. Schmiss die Haustür hinter sich zu - und hat ihre Eltern danach zwei Jahre lang nicht gesehen. "Um ehrlich zu sein, war das Ganze kein tapferer Ausstieg aus der Sekte, sondern einfach eine Flucht vor diesem enormen Druck. Und wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt, hätte ich sicher zwei Mal überlegt, ob es mir das wirklich wert ist", sagt Gloriett und wird auf einmal ganz ernst. Was folgte war ein Existenzkampf, der dieses ganz besondere Mädchen fast den letzten Lebensnerv gekostet hätte. Hunderte sinnlose Behördengänge, Ansuchen um finanzielle Unterstützung, überforderte Sektenberatungsstellen und hilflose Therapeuten. Telefonterror und Drohbriefe aus der Mun-Gemeinschaft. Dazu schwere Depressionen und immer wieder der Gedanke, einfach Schluss zu machen. Mit dem ganzen Scheiß. Mit dem Leben. Zum Glück gab es da noch Oma. Die ihr Geld gab und der einzige Draht zu Eltern und Geschwister war. Die Freunde aus der Schulzeit, die sie immer wieder auffingen. Und ihr neuer Freund. Der hat sie einfach zusammengepackt und bei seinen Eltern einquartiert. Zwei Jahre lang lebte sie in seiner Familie, "als fünftes Kind sozusagen", während sie in Graz weiterstudierte.
Raus an die Öffentlichkeit
Es wäre nicht Gloriett, wenn sie dem ganzen Horror nicht auf ihre eigene, ganz besondere Art ein Ende gesetzt hätte. "Ich wusste mir einfach nicht anders zu helfen, also habe ich diesen Brief an die Redaktion von Vera geschrieben." Das war im Jänner 1998. Zwei Tage später saß sie im ORF-Studio. Ihr gegenüber ehemalige Freunde aus der Mun-Bewegung. "Das Ganze dort ist unheimlich eskaliert. Aber danach hatte ich meine Ruhe", erzählt Glory und zuckt dabei leicht mit den Schultern. Nicht nur Ruhe, auch kompetente Hilfe hat sie bekommen. "Nach der Sendung hat sich der Grazer Verein Netzwerk bei mir gemeldet, später - nach deren Gründung - dann auch die Bundesstelle für Sektenfragen", erzählt das Mädchen mit den Augen von Pocahontas und dem Lächeln von Pippi Langstrumpf, "das waren die Ersten, die etwas anfangen konnten - mit einer wie mir." Mit einer, die nicht nur kurz ins Sektenmilieu abgerutscht war, sondern ihr ganzes Leben lang dabei war. Das ist besonders - weil ungewöhnlich. Und besonders war wieder mal Glorys Konsequenz daraus: "Ich habe ein Buch geschrieben. Und viele, viele Vorträge gehalten. So habe ich mich quasi selbst therapiert." Unterstützt wurde sie dabei von "vielen ganz lieben Menschen, die immer offen und für mich da waren", räumt Gloriett ein. "Ich musste mein Leben komplett umkrempeln, endlich lernen Eigenverantwortung zu übernehmen." Kontakt zu ihren Freunden aus der Mun-Bewegung hat sie nicht mehr. Nur zu denen, die wie sie ausgestiegen sind - etwa die Hälfte des ehemaligen Freundeskreises schätzt Glory. Kontakt hat sie auch wieder zu ihren Eltern. "Beim ersten Mal war's ganz, ganz eigenartig", erinnert sie sich nur ungern, "wäre der Hund nicht gewesen, ich hätte mich sofort umgedreht." Aber da waren auch ihre Geschwister. Sie waren der Hauptgrund für mich, wieder nach Hause zu kommen", sagt Gloriett.
Ganz normaler Alltag
So führt die 23-jährige nun endlich dasselbe Leben wie "die draußen". Gar nicht besonders eigentlich. Mit guten Freunden, regelmäßigen Sonntagsessen bei den Eltern, einem Studium, das mal mehr, mal weniger Spaß macht. Und mit einem Nebenjob. Im Mürzzuschlager Jugendzentrum H.O.T. Dort beobachtet sie die Leute. "Alle sind irgendwo dabei: bei den Punks, den Schnöseln oder wem auch immer. Und immer gibt es einen Anführer, der besonders cool ist. Demokratie und Eigenständigkeit - das ist manchmal gar nicht so leicht in einer Gruppe", grübelt Glory. Sie weiß, wovon sie spricht. "Es gibt keinen Menschenschlag, der besonders sektengefährdet ist. Das kann jedem passieren. Auch mir." Harte Ansage. Wieso? "Die kommen doch nicht daher und sagen 'Wir sind die böse Sekte, und dein Gehirn gibst du jetzt bitte für immer an der Garderobe ab." Sondern sind einfach nette Leute. In Gruppen. Gruppen, die ganz langsam immer weniger Raum lassen für Demokratie und Eigenständigkeit." Herr Müller von der Bundesstelle für Sektenfragen hatte Recht. Gloriett ist tatsächlich ein ganz besonderer Mensch.



2001 Kirche intern Text: Isabella Campbell-Wessig
Seit Adam und Eva den Sündenfall begangen haben, wurde die Erbsünde von Generation zu Generation weitergegeben - bis zu jenen Menschen, die ohne Erbsünde geboren wurden, den gesegneten Kindern, den Wahren Kindern Gottes. Gloriett Halmdienst, 22, gehörte zu diesen. Die Tochter eines Steirers und einer Japanerin wurde in New York geboren, nachdem ihre Eltern von San Myung Mun, dem Gründer der Vereinigungskirche e.V., füreinander ausgewählt und bei einer Massenhochzeit verheiratet worden waren. ”Mein Vater war in den späten 60er-Jahren sehr aktiv in der katholischen Jugend", erzählt Gloriett, die in Mürzzuschlag lebt und in Graz Jus studiert. "Aber dann zerstritt er sich mit einem Pfarrer und zog nach Vorarlberg." Dort lernte er Jugendliche kennen, die ihn zur Vereinigungskirche, besser bekannt unter der Bezeichnung Mun-Sekte, einluden. Schließlich verließ er Österreich und zog in die USA. "Meine Großmutter wußte jahrelang überhaupt nicht, wo sich mein Vater aufhielt", so die Studentin. Die Biographie ihrer Mutter verlief ähnlich. Die junge Frau studierte in Tokyo, als sie Mitglieder der Vereinigungskirche kennenlernte, ihr ganzes Geld der Sekte überschrieb und ebenfalls nach Nordamerika auswanderte. Bei einem sogenannten Matching, einer großen Zusammenkunft von heiratswilligen Männern und Frauen, bestimmte Reverend Mun die beiden für ein Leben miteinander und für die Sekte. "Mein Vater stand bei diesem Treffen ganz hinten, meine Mutter ganz vorne, sie hatten einander vorher noch gesehen." Hätten sie die Ehe ablehnen können? "Die zukünftigen Paare haben vor der Hochzeit zwei Monate Zeit, um einander kennen zu lernen. Es wird schon toleriert, die Entscheidung Muns abzulehnen, aber es ist nicht üblich.
Die göttlichen Nachfolger
So kam Gloriett also als Gesegnetes Kind - und ohne Erbsünde - auf die Welt, als Angehörige der "Zweiten Generation". Immer wieder wurde dem Mädchen von der besonderen Stellung und Verantwortung dieser neuen Generation erzählt. So hieß es in einem Vortrag, den sie als 15jährige auf einem Jugendcamp der Sekte hörte: "Wir sind die göttlichen Nachfolger unserer Eltern und müssen ihre göttliche Mission zu der unseren machen und weiterführen. Wir müssen den Wahren Eltern nachfolgen!" In den ersten Jahren hatte Gloriett von diesen allerdings nicht viel gesehen. Eine Kinderfrau passte auf das Baby auf, führte Tagebuch über ihre Entwicklung, während die Eltern Geld sammelten und für die Sekte missionierten. Solange, bis die Green Card des Vaters, die Versicherungskarte, die den Aufenthalt in den USA ermöglicht, ablief, und er mit seiner Familie zurück nach Österreich fahren musste. Damals war Gloriett drei Jahre alt.
Eine glückliche Kindheit
"Ich hatte eine sehr glückliche Kindheit", erklärt Gloriett mit Überzeugung, und tatsächlich fühlte sie sich bei den Treffen der Munies wie in einer großen harmonischen Familie. "Ich habe als Kind nie etwas vorgegeben bekommen und bin in jeglicher Hinsicht unterstützt worden", erzählt die Studentin, gibt aber auch zu, dass sie sich dafür geschämt hat, anders, eben eine Munie zu sein. Aber obwohl ihre Familie im steirischen Mürzzuschlag als exotisch galt, gelang es ihnen doch, Überzeugungsarbeit zu leisten. "Wir haben gezeigt, dass wir keine bösen Sektierer sind, dass wir glücklich sind und es bei uns zuhause keine Streitereien gibt." So wurde sie auch von den Lehrern in jeder Hinsicht akzeptiert und integriert. Den ersten Riss bekam ihr bislang harmonisches Dasein erst, als sie 14 oder 15 Jahre alt war. Während ihre Freunde und Freundinnen in der Schule abends auch einmal weggehen durften, waren solche Vergnügungen für Gloriett, die außerdem noch das Vorbild für ihre jüngeren Geschwister, einen Bruder und eine Schwester, spielen musste, verboten. "Ich wußte, daß ich keine Beziehung bis 18 haben durfte - bis Reverend Mun einen Partner für mich aussucht. Auch Alkohol und Nikotin sind in der Vereinigungskirche strengstens verboten."
Zwei Realitäten
Gloriett hatte in dieser Zeit das Gefühl, in zwei Realitäten zu leben. Während in der Schule ihre Zugehörigkeit zur Mun-Sekte kein Thema war und sie bei ihren Worten und Taten auch nicht aufpassen mußte, ob sie damit vielleicht gegen die göttliche Vorsehung verstieß, lebte sie im Kreis der Familie und bei den Mun-Jugendcamps in den Ferien ein ganz anderes Leben. "Im Freundeskreis in der Schule konnte ich einmal traurig, einmal lustig sein, das war überhaupt kein Problem, aber bei den Munies durfte es einem nie schlecht gehen, man durfte auch nicht wütend sein, sonst kamen gleich Betreuer, die einen fragten, was los sei." Und als sie sich auf einem Lager in Holland mit Munies befreundete, die der Sekte kritisch gegenüberstanden und ihre eigenen Zweifel und Unsicherheiten der Vereinigungskirche gegenüber nur stärkten, kümmerte sich auch sogleich ein Betreuer um sie. Tatsächlich gelang es ihm, das junge Mädchen wieder von den Wahren Eltern zu überzeugen und davon, wieviel der Wahren Familie an ihr liege. Mit neuer Überzeugung und gestärkt fuhr Glory von dem Jugendcamp nach Hause. Aber in der Außenwelt, die für Reverend Mun, der sich als zweiter Messias betrachtet, vom Bösen bestimmt ist, verschwand ihre Sicherheit schnell wieder. "Ich lernte eine Familie kennen, die nicht in der Vereinigungskirche war und sehr glücklich schien. In dieser Familie habe ich echte tiefe Liebe gespürt - etwas, was ich bei meinen Eltern nie bemerkt habe." So war es auch nicht möglich, mit den Eltern über ihre Zweifel zu sprechen, sie hörte bloß Vorwürfe, als sie merkten, dass sich die Tochter immer mehr von den Prinzipien Muns entfernte und gegen die Regeln der Sekte verstieß. "Sie haben mir gesagt, ich sei eine große Enttäuschung für sie und sie hätten mich an Satan verloren." Als ihr Zwiespalt so groß wurde, daß sie kaum mehr Kraft hatte, sich auf die Schule und das Lernen zu konzentrieren, fragte sie ihren Direktor um Rat. "Du musst da jetzt durch, Du allein musst dich entscheiden", erklärte er ihr.
Die Entscheidung
Als sie 19 war, gelang ihr diese Entscheidung. Nach der Matura hatte sie in den Vereinigten Staaten einige Zeit bei den Kampagnen der Mun-Sekte mitgeholfen, dann wurde sie mit der Tatsache konfrontiert, dass es nun an der Zeit wäre, von Mun einen Partner aussuchen zu lassen und an einer Massenhochzeit teilzunehmen. Im Juni 1997 stellten ihre Eltern sie vor die Wahl. "Sie sagten zu mir, entweder Du fährst zur nächsten Hochzeit oder Du fliegst raus." Es dauerte eine halbe Stunde, bis Gloriett ihre wichtigsten Sachen zusammengepackt und das Haus verlassen hatte. "Ich bin in meine Studentenwohnung nach Wien gefahren und tagelang im Bett gelegen. Ich hatte das Gefühl, etwas sehr Wertvolles verloren zu haben." Unterstützung fand sie nur durch ihre Freunde außerhalb der Sekte - und durch ihre Großmutter, die ihr auch das Studieren ermöglichte, nachdem der Kontakt zu den Eltern abgebrochen war. Aber die Munies ließen sie noch lange nicht los. Immer wieder riefen sie an, wollten sie besuchen, so daß sie innerhalb kürzester Zeit viermal umzog. Schließlich ging sie zur ORF-Sendung Vera, erzählte dort von ihrem Leben in der Mun-Sekte und dem schwierigen Ausstieg. Und als eine Art Selbsttherapie begann sie auch zu schreiben. "Reise durch Flut und Ebbe", heißt ihr Buch, daß nicht bloß die Vereinigungskirche anklagt, sondern vielmehr den Konflikt darlegt, in dem ein junger Mensch steht, der sich zwischen zwei Welten entscheiden muß. Zwei Jahre lang sah Gloriett ihre Eltern und Geschwister nicht, mittlerweile hat sie besonders zu ihrem Vater ein sehr gutes Verhältnis. Sie lebt in Mürzzuschlag in einer eigenen Wohnung, ihr um vier Jahre jüngerer Bruder, der ebenfalls aus der Sekte ausgestiegen ist, zog kürzlich zu ihr. Und die Religion? "Mein Leben ist sicherlich sehr spirituell und auch offen für östliche Glaubensrichtungen. Am ehesten kann ich mir aber doch den christlichen Glauben vorstellen, er gehört zu meinem Leben. Bloß - sobald so etwas wie Hierarchie oder starre Regeln zu spüren sind - da stellen sich mir die Haare auf!"




2000 MürzMenschen: Sektenbuch Erschienen 11. Juli 2000 Text: Erwin Holzer
Selten in den vergangenen Jahren hat man bei einer Lesung in Mürzzuschlag solchen Andrang vor allem junger Menschen erlebt, wie an diesem Abend, als Gloriett Halmdienst im Café Post druckfrisch ihr Buch ”Reise durch Flut und Ebbe! Mein Leben in der Mun-Sekte” präsentierte. Es wurde mit Unterstützung des Landesjugendreferats, das auch den Vertrieb besorgt, des Vereins Netzwerk und der Stadtgemeinde Mürzzuschlag herausgegeben. Die in Mürzzuschlag lebende und in Graz studierende Gloriett Halmdienst wurde 1978 in New York in die sogenannte "Vereinigungskirche" hineingeboren, als "Gesegnetes Kind" einer durch den Sektenführer San Myung Mun bestimmten Vermählung ihrer japanischen Mutter mit ihrem österreichischen Vater. Als Baby wurde sie von der Gattin des Sektenführers, der "Wahren Mutter" Hak Ja Han Mun in den Armen gehalten. Seit 1981 leben die Eltern wieder in Österreich, wo Glory in Mürzzuschlag und Umgebung aufwuchs und die Schule besuchte, ständig im Zwiespalt zwischen religiös strengem Elternhaus und dem normalen Leben ihrer Schulfreunde. In den Ferien wurde sie auf internationale Jugendcamps geschickt, die die 2. Sektengeneration religiös festigen sollte und aufs 18. Lebensjahr vorbereiten, wo der ”Wahre Vater” im Rahmen einer Massenhochzeit jeweils zwei Fotos zusammenfügte und somit seine ”idealen Ehepaare” auswählte für das künftige Himmelreich auf Erden. Im Mittelpunkt des Buches stehen Glorys Erlebnisse und Empfindungen während solcher Feriencamps in Holland und Portugal, ihr Schwanken zwischen Gläubigkeit und Zweifel. Noch stärker als im Buch kam durch die Atmosphäre der Präsentationsveranstaltung zum Ausdruck, wie sehr ihre Mürzzuschlager Freunde behilflich waren beim Start in ein neues Leben, ”so wie ich es mir immer erwünscht hatte, eine Welt, meine Welt, eine Realität, meine Realität, und Menschen, die ich lieben kann, frei, sie mir selbst zu wählen".